Protokoll der 2009er Konferenz der SG 75/10/04

Mit Hoch-Spannung erwartet, fand vom 11. bis 13.09.2009 die traditionelle wissenschaftliche Konferenz zum 30jährigen Jubiläum des Diplom-Finales der SG 75/10/04 statt.
Dem Zeremonienmeister Udo ist es dankenswerter Weise gelungen, die mangels Baufertigstellung der Kasematten nicht zur Verfügung stehende Tagungsstätte "Brauhaus" durch das den hohen Ansprüchen der Korona genügenden Kongresszentrum "Radlerhaus" Obergurig zu ersetzen.

Radlerhaus

Dem Verein Holzhaus Bautzen e. V. sei gedankt, dass mit der Sanierung einer fachwerklichen Bruchbude aus alter Zeit in den Jahren 2004 bis 2006, diese idyllische Bleibe, eine für uns wie geschaffene Residenz errichtet wurde.
Der Ort war wohlfeil gewählt, bot er doch alle Annehmlichkeiten wie hauseigenen Parkplatz, schlafsackgeeignete Bettungen, überdachte Sonnenterasse, Frühstück wie bei Muddi und ein Alleinstellungsmerkmal besonderer Güte: jede Menge Kneipen im 500-m-Abstand.
Die hochwohlgeborenen Tagungsteilnehmer reisten soweit pünktlich an (außer Henry - auch Grüb genannt), um die Einführungsvorträge und das für 18:00 Uhr angesetzte Arbeitsessen nicht zu verpassen.
Zum Glück konnte Eule weniger wichtige Termine canceln und doch noch zur Konferenz anreisen (diesmal aber nicht mit dem Fahrrad - wieso eigentlich nicht?). Leider wurde Hübi kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen aus dem Rennen geworfen und musste der Tagung fernbleiben. Dafür konnte die Korona einen neuen Teilnehmer begrüßen, nämlich Bernd (Lehmann), der 30 Jahre lang in der Versenkung verschwunden war, nun aber erfreulicherweise über verschlungene Pfade zur Gruppe zurückgefunden hat - hoffentlich auf Dauer. Gerüchte, dass Verbindungen zur Pleite von Lehman-Brothers bestanden haben sollen, wurden nicht bestätigt.
Nach ausgiebigem Mahl und tranchiert von ausgewählten geistigen Wässern (Bürgerbräu ging am besten) hielten sich die Teilnehmer nicht lange bei der Vorrede auf und kamen in gewohnter Weise zügig mit der Diskussion zu den brennendsten Fragen unserer Zeit. Der wissenschaftliche Disput erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt in der endgültigen und abschließenden Klärung der Wirkung von Bauschaum gegen das Schnarchen und der Beweisführung zum abstrakten Theorem "Aufbetten ist besser als umbetten".

Mit Spannung erwartet und schon fast traditionell zu bezeichnen ist die von Ronny ins Leben gerufene und höchst persönlich gesponserte Verkostung und "best of"-Prämierung" ausgewähltester Produkte der menschlichen Destillierkunst. Diverse Mundwasser, welche ein aus vergorener Getreidemaische hergestelltes Destillat sind und ca. 40-50 Vol% Ethylalkohol enthalten. Leider konnte der Protokollant die verschiedenen Stoffe nicht mehr in Erinnerung bringen und auch nicht den Sieger identifizieren. Aus diesem importanten Grunde gibt es hier eine vom Whisky-Spezialisten Ronny höchst selbst verfasste Darstellung des Degustationsmenüs "Whisk(e)y Tasting 2009".
Zu später Stunde wurde die Konzentration der Korona nochmals auf das Höchste in Anspruch genommen, als es galt, das Motto der diesjährigen Konferenz aus einer Vielzahl von Matthias, unter Zuhilfenahme des World Wide Web, unterbreiteten Vorschläge zu voten. Leider konnte man sich unter solch brillanten, wegweisenden Themen, wie

  • Die glorreichen Taten, oder warum man im Neunerclub so wissenschaftlich säuft!
  • Saufen bleibt wissenschaftlich: Neunerclub braucht dies Welt!
  • Saufen im Kaufrausch - Neunerclub!
  • Neunerclub, so wissenschaftlich wie die Nacht. Saufen ist die Idee.
  • Unverzichtbar für Weltbürger. Saufen im Neunerclub.
  • Wissenschaftliche Wichte will dies Erde: Neunerclub!
  • Neunerclub - Eck um Eck ein Meisterstück!
  • . . .
  • Wkiskyverkostung

    nicht einigen. Jeder hatte einen anderen Favoriten und für eine protokollgerechte Wahl fehlte den Konferenzteilnehmern leider der nötige Ernst. Die Korona sollte während der Konferenz 2010 nochmals darauf zurückkommen.
    Tag 2 der Konferenz wurde von allen Teilnehmern ob der zu erwartenden wissenschaftlichen Erkenntnisse mit Tatendrang und einem kräftigen Frühstück bei strahlendem Sonnenschein eingeleitet. Allseits wurde die treffliche Wahl des Tagungshotels in der herrlichen Umgebung des Oberlausitzer Berglandes und des Spreetals gewürdigt und sodann ohne Verzug die vom Zeremonienmeister empfohlene, mit Spürsinn ausgewählte und exakt auf die persönlichen Belange der wissenshungrigen Teilnehmer abgestimmte Tagesexkursion in Angriff genommen.
    Wie von unsichtbarer Kraft gezogen, erreichte die Korona auf kürzestem Wege und in Rekordzeit vollständig das erste Etappenziel - Das Gasthaus "Erbgericht Berge" in Großpostwitz. Zur Kräftigung wurde Radeberger und Hasseröder Gerstensaft gereicht. Im Biergarten mit Vogelvoliere galt es dann, der ersten Sieger im Superknack zu küren (jedes Mal muss der Protokollant die blöden Spielregeln aufs Neue verinnerlichen). Die Prozedur geriet dann wegen des verbissenen Kampfes auch etwas zeitintensiver, als geplant, so dass der eng gestrickte Zeitrahmen zu sprengen drohte.
    Während Grüb überraschend schnell ausschied und sich die Auszeit mit der hauseigenen Schildkröte vertrieb, knurrte den anderen Mitgliedern langsam der Magen, so dass man sich gegen 14:00 Uhr aufmachte, den Mönchswalder Berg zu erklimmen.

    Bergbaude

    Der Weg dorthin erwies sich als pfadfinderische Herausforderung. Dennoch erreichten alle Splittergruppen unbeschadet und mit kräftigem Appetit das Etappenziel. Dieser wurde allseits gestillt, und unter Zugabe gelber und schwarzer Fitnessgetränke und anhaltendem Sonnenschein stellte sich bei allen Teilnehmern eine angenehme Zufriedenheit ein. Da Faulenzen nicht unsere Sache ist und der allgemeine Wissensdurst gestillt werden wollte, ließen es sich die Teilnehmer nicht nehmen und bestiegen den Turm der Bergbaude, um eine zwingend erforderliche geografische Positionsbestimmung visuell vornehmen zu können.
    Da wir jetzt endlich wussten, wo wir sind, konnten wir uns ohne weiteres dem nächsten Ziel widmen und nahmen mit einigem Zeitversatz (einige konnten der Verlockung eines weiteren Bieres nicht widerstehen) Kurs auf. Diesmal zum Glück bergab und auch nicht allzu weit (ca. 500m).

    Auf halber Berghöhe erwartete uns der Sommergarten des idyllisch gelegenen 3. Etappenziels, dem Jägerhaus. Hier nahm sich die Korona die Zeit, das vorgefundene Getränkesortiment und umfangreiche Speisenangebot (hier: Wiener Würstchen), einschließlich den angebotenen Heidelbeerwein, einer wissenschaftlichen Prüfung zu unterziehen. Diese konnte aus Zeitgründen leider nur eine recht oberflächlich erfolgen, so dass der Protokollverfasser anregt, die Prüfung zu einem späteren Zeitpunkt erneut, aber vertiefter vorzunehmen.

    Voller Vorfreude auf das Tagesziel und den abendlichen Konferenzhöhepunkt machten sich die Teilnehmen nunmehr in geschlossener Formation auf den Weg, genauer gesagt, auf den Fuchsweg. Ohne dessen Namensgeber zu Angesicht zu bekommen, erreichten wir eine Gedenktafel und erfuhren hier, dass dieser Wanderweg, hergerichtet vor ca. 80 Jahren vom Gebirgsverein Bautzen, 1966 und 1978 durch die Brigade "Freundschaft" des VEB Fortschritt Singwitz erneuert wurde. Nach einer Gedenkminute für die Brigade "Freundschaft" ging es voller Elan in das Ortszentrum von Mönchswalde.
    Leider war die Gruppe wieder etwas auseinandergesprengt, so dass das geplante Gruppenfoto am Mönchsdenkmal nicht zustande kam. Eine Unterlassung ersten Grades, zumal an diesem Platz eine Würdigung unserer Ahnen sehr angemessen gewesen wäre. Immerhin wurde hier im Jahre 1676 auf Erlass des Kurfürsten Johann Georg II von Sachsen eine Klosterbrauerei des Domstiftes Bautzen errichtet.

    Mönch

    Nun gab es kein Halten mehr. Angezogen vom Duft des allerbesten Hopfens mobilisierten alle Teilnehmer die letzten Kräfte und konnten so pünktlich und vollzählig das abendliche Meeting im erst kürzlich eröffneten Bierbrauhaus der Fam. Kunz in Obergurig, eigentlich aber in Kleindobschütz, zelebrieren (Hier klicken für weitere Informationen).

    Brauhaus

    Hier waren wir goldrichtig, denn das Haus wurde schon vor unserer Zeit (gebaut 1885) als Destillation, Obstverarbeitung und Obstproduktenfabrik genutzt. Damals wurden verschiedene Schnäpse und Liköre wie der Alkalische Tafellikör Mönchswald und auch Marmeladen, Butter, Käse und Milchpulver hergestellt.
    Der Beginn des Meetings gestaltete sich etwas holprig, da Matthias, Atze und Grüb (mithilfe des privaten Fahrrades des Brauers) einige Mühe hatten, die notwendigen Utensilien aus dem Basislager beizuschaffen. Offensichtlich erwies es sich als schwierig, die Pforte des Radlerhauses ohne Schlüssel zu überwinden.
    Die Teilnehmer waren sich der großen Ehre bewusst, dass der Braumeister, Norbert Kunz, höchstpersönlich den eigens gebrauten Saft, je nach Geschmack in gelber, roter oder auch schwarzer Tönung ausschenkte - und wie es schmeckte.
    (Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir vom vermutlich genialsten noch lebenden Konstrukteur der westlichen Hemisphäre bedient wurden - doch dazu später).
    Nicht nur, dass wir uns an dem köstlichen Mönchswalder Klosterbräu nach Herzenslust laben durften, sorgten der Meister und seine Assistentin auch noch aufs Trefflichste für unser leibliches Wohl: Gegrillte Schweinekeule mit Knödel und Sauerkraut, dazu Senf.
    Zunächst unbemerkt, weckte urplötzlich, mitten in eine schöpferische Pause, ein eigentümliches Gerät das Interesse der Konferenzteilnehmer. Mit einer kopfüber gestülpten Schnapsflasche, deren Schlund auf eine gewisse Anzahl, auf einem drehbaren Teller regelmäßig angeordneten Glasbehälter zielte, erinnerte das Gerät an ein russisches MG mit Trommelmagazin aus dem 2. Weltkrieg.

    Allein die filigrane Verarbeitung, gepaart mit erlesener Materialauswahl und letztlich der Inhalt der bereits erwähnten Flasche, ließ die Teilnehmer nach scharfer, kollektiv ausgetragener Analyse zu dem Schluss kommen, dass es sich hier um etwas ganz anderes handeln müsste. Letztlich wurde das Geheimnis gelüftet, in dem der Braumeister mittels eilig beschaffter Stromversorgung die Maschine in Betrieb setzte und somit die gesamte Korona auf beeindruckende Weise und unter großem Jubel mit dem edlen Butjenter Wumken versorgt werden konnte.
    Erst in der Tags darauf erschienenen Presse (war dass Zufall?) erfuhren die Teilnehmer, dass der Braumeister höchst selbst Konstrukteur und Fertiger dieser wundervollen Maschine ist.
    Angereichert mit neuen Erkenntnissen zur Feingerätetechnik konnten alle Teilnehmer den weiteren Abend genießen. Die letzten Diskussionsthemen wurden am Lagerfeuer auch mittels Gesang und weiterer inspirierender Getränke beendet und Matthias gab noch so manche Geschichte, wie "Die Kuh im Propeller" oder den "Flaschenzug" zum Besten, was die Teilnehmer köstlich amüsierte.
    Der Heimweg ins Radlerhaus durch stockdunkle Nacht wurde dann auch von allen gemeistert. Am Radlerhaus angekommen, gab es kurzzeitig tumultartige Szenen, da der Protokollant vermeintlich verschwunden sei, was sich jedoch schnell als Irrtum erwies. Der Rest der Nacht verlief ruhig.
    Der Morgen des Abreisetages ging ob des bevorstehenden Endes der Konferenz verhalten aber getragen von der Gewissheit über die Bühne, dass die zu Ende gehende 2009er Konferenz sehr erfolgreich verlaufen ist und sich würdig in die Tradition der vorangegangenen Veranstaltungen einreihte.
    Ein herzliches Dankeschön wurde dem Zeremonienmeister Udo ausgesprochen, der am großartigen Gelingen der Session maßgeblichen Anteil hatte. Mit Begeisterung wurde der Vorschlag von Grüb aufgenommen, sich um die Organisation der 2010er Konferenz zu kümmern, die am 3. September-Wochenende im Spreewald stattfinden soll. (Anmerkung des Protokollanten: ein nochmaliger Besuch des Brauhauses nach Fertigstellung der Ferienunterkünfte sollte im Auge behalten werden)

    Protokoll: Der Pelz am 05.10.2009

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